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AB 25.07.2019

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Tel 069 5970845 ab 19 Uhr

SANTA & ANDRÉS

(spanische OmU)

Von Carlos Lechuga, Kuba / Kolumbien / Frankreich 2016, 105 Min.
Mit Lola Amores, Eduardo Martinez, George Abreu

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen der jungen Landarbeiterin Santa und dem homosexuellen Schriftsteller Andrés. Als Regimekritiker hat Andrés es im Kuba der 1980er Jahre schwer. Er lebt im Osten Kubas in einem heruntergekommenen Haus. In der Nähe findet ein wichtiges internationales Forum statt und die Bäuerin Santa aus dem bäuerlichen Kollektiv wird damit beauftragt, ihn davon abzuhalten, Kontakt zur internationalen Presse und ausländischen Abgeordneten aufzunehmen, um so wieder Unruhe zu stiften. Dass er auch noch homosexuell ist, erschwert Andrés Lage zusätzlich. Von Zeit zu Zeit bekommt er Besuch von einem stummen Jungen aus dem Ort, den er gegenüber Santa als seinen Neffen ausgibt. Pflichtbewusst wie sie ist, nimmt Santa den Auftrag, Andrés zu überwachen sehr ernst. Doch in den drei Tagen, die die beiden miteinander verbringen, kommen sie sich näher...

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Termine

Do. 25.07., 17:30
Fr. 26.07. bis Mi. 31.07., 18:00

LEID UND HERRLICHKEIT – DOLOR Y GLORIA

(spanische OmU)

Von Pedro Almodóvar, Spanien 2019, 112 Min.
Mit Antonio Banderas, Asier Etxeandia, Leonardo Sbaraglia

Mit anschließendem Filmgespräch mit Manfred Riepe, Autor und Filmkritiker, Frankfurt und Pfarrer Thomas Diemer, Mitglied der Jury der ev. Filmarbeit. Leitung Dr. Margrit Frölich. In der Reihe Film des Monats der Jury der evangelischen Filmarbeit

Salvador Mallo wächst im Valencia der 60er Jahre im Haus seines Vaters und seiner liebevollen Mutter auf. Früh entdeckt er seine Begeisterung für das Medium Film und das Kino und so zieht es ihn den 80er Jahren schließlich nach Madrid, wo er Federico kennenlernt, eine Begegnung, die sein Leben auf den Kopf stellt. Viele Jahre später ist Salvador Mallo ein gefeierter Regisseur, einer der erfolgreichsten Filmschaffenden Spaniens, und blickt auf ein ereignisreiches Leben voller Exzesse, Erfolge und Verluste zurück. Während er sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt, überkommt ihn die Erkenntnis, dass er seine Erlebnisse mit anderen teilen muss – und schließlich scheint sich für Salvador ein Weg in ein neues Leben aufzutun…

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Termine

Do. 25.07., 19:30

ANKER DER LIEBE – TIERRE FIRME

(OmU)

Von Carlos Marques Marcet, Spanien / Großbritannien 2017, 113 Min.
Mit Oona Chaplin, Natalia Tena, Geraldine Chaplin

Eva (Oona Chaplin) und Kat leben unbeschwert auf einem Londoner Hausboot abseits aller Zwänge. Bis Eva, angestachelt durch ihre Mutter Germaine (Geraldine Chaplin), Kat eines Tages ein Ultimatum stellt: Sie will ein Kind – jetzt! Kat ist sofort klar, dass das unweigerlich das Ende ihres unkonventionellen Lebensstils bedeuten würde. Doch als Kats bester Freund Roger aus Barcelona zu Besuch kommt, ergibt es sich wie zufällig, dass die drei die Idee eines gemeinsamen Babys durchspielen. „Ein chaotischer Blick auf das Entstehen einer modernen Familie, eine kluge und sexy lesbische Dramödie.“ LA Times

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Termine

Do. 25.07., 22:15
Fr. 26.07. bis Mi. 31.07., 21:45

BACK TO MARACANA

(OmU)

Von Jorge Gurvich, Deutschland / Brasilien / Israel 2019, 94 Min.
Mit Asaf Goldstein, Antônio Petrin, Hadas Kalderon

Der 40-jährige Roberto ist ein erfolgloser Geschäftsmann, der gerade eine Scheidung hinter sich hat und seit Kurzem wieder bei seinem Vater, in dessen 2-Raum-Wohnung in Tel Aviv lebt. Sein verwöhnter 12-jähriger Sohn Italy verachtet seinen Vater und hasst Fußball. Sein Großvater Samuel hingegen ist ein großer Fußballfan, hat aber gerade erfahren, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Doch bevor er abtritt, möchte er sich noch seinen größten Traum erfüllen: Er möchte unbedingt das WM-Endspiel im Mekka des Fußballs, dem brasilianischen Maracanã-Stadion, erleben. Das Trio macht sich daraufhin in einem Wohnmobil auf den Weg zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, was gleichzeitig eine Reise in ihr früheres Heimatland ist. Nach diesem Trip wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.

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Fr. 26.07. bis Mi. 31.07., 20:00

VOM BAUEN DER ZUKUNFT – 100 JAHRE BAUHAUS

Von Niels-Christian Bolbrinker und Thomas Tielsch, Deutschland 2018, 94 Min.

Die Regisseure Niels-Christian Bolbrinker und Thomas Tielsch beschäftigen sich in „Vom Bauen der Zukunft - 100 Jahre Bauhaus“ – der Titel deutet es an – mit der Kunst- und Architekturschule Bauhaus, die vor mittlerweile knapp 100 Jahren begründet wurde und sich vor allem um die Frage dreht, wie Architektur dafür sorgen kann, dass Menschen besser zusammenleben und am gemeinsamen Alltag teilhaben können. Dabei gehen sie bis zu den Anfängen des Bauhaus zurück und widmen sich der ersten Gruppe von Bauhaus-Anhängern um Walter Gropius. Außerdem erforschen sie, welchen Veränderungen die Bauhaus-Schule seit ihrer Gründung unterworfen war und welche Bewegungen und Inspirationen aus ihr entstanden sind. Schlussendlich gehen die beiden Regisseure auch der Frage nach, welche Einflüsse die Schule noch heute auf Architektur und

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Termine

Do. 01.08., 17:45
Fr. 02.08. bis Mi. 07.08., 18:00

DER UNVERHOFFTE CHARME DES GELDES

(französische OmU)

Von Denys Arcand, Kanada 2019, 123 Min.
Mit Alexandre Landry, Maripier Morin, Rémy Girard

Am Do. 01.08. mit anschließendem Filmgespräch mit Gerhard Midding, Filmkritiker Berlin. Moderation Dr. Margrit Frölich, Jury der evangelischen Filmarbeit.

Der schüchterne Lieferant Pierre-Paul (Alexandre Landry) gerät durch Zufall an den Ort eines Verbrechens und in den Besitz zweier Säcke voller Geld, die er in seinem Lieferwagen versteckt. Daraufhin durchläuft er quälende Vernehmungen durch zwei äußerst harte Polizisten und muss nun versuchen, das dreckige Geld wieder loszuwerden. Mit der Hilfe eines gerade erst aus dem Gefängnis entlassenen Finanzgenies, eines Offshore-Bankers und der Prostituierten Camillie (Maripier Morin), Pierre-Pauls neuer, teurer Freundin, muss der Doktor in Philosophie und eingefleischte Kapitalismusgegner einen Weg finden, ein System auszutricksen, das nur auf Erfolg und Geld ausgerichtet ist, bevor sich der Anführer der eigentlichen Räuber zurückholt, was er ergaunern wollte. Doch bei diesem Unterfangen wird das ungewöhnliche Quartett von zwei humpelnden Detektiven beschattet. Denn nicht nur die Mafia und das Finanzamt haben ein sehr großes Interesse am Geld...

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Termine

Do. 01.08., 19:30
Fr. 02.08. bis Di. 06.08., 19:45
Do. 08.08. bis Di. 13.08., 20:00

THE DEAD DON’T DIE

(englische OmU)

Von Jim Jarmush, USA, 2019, 105 Min.
Mit Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton

In der verschlafenen Kleinstadt Centerville stimmt irgendetwas nicht: Der Mond hängt groß und tief am Himmel, die Stunden des Tageslichts werden unvorhersehbar und die Tiere zeigen allmählich ungewöhnliche Verhaltensweisen. Doch niemand kann sich erklären, warum das so ist. Die Berichte aus den Nachrichten zeichnen ein beängstigendes Bild und Wissenschaftler sind besorgt. Obwohl in der Stadt seltsame Dinge vorgehen, sieht niemand die mysteriösen und gefährlichen Auswirkungen voraus, die Centerville bald plagen werden: Die Toten sterben nicht – sie erheben sich aus ihren Gräbern, greifen die Lebenden brutal an, fressen sie und versetzen die Bürger der Stadt in Angst und Schrecken. Jeder muss nun um sein Überleben kämpfen und die mutigen Polizisten Ronnie Peterson, sein Vater Cliff Roberts und Mindy Morrison, tun ihr bestes um den Bürgern als Freund und Helfer beizustehen, sind aber völlig überfordert. Der Vater hat keinen Plan, was vor sich geht, der Sohnemann aber weiß Bescheid: Zombies! Offenbar versuchen die Untoten, all das zu machen, was sie auch als Lebende am liebsten getan haben. Zum Beispiel Kaffeetrinken…

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Do. 01.08. bis Di. 06.08., 22:00

BLACKOUT – ANATOMIE EINER LEIDENSCHAFT - BAD TIMING

(englische OmU)

Von Nicolas Roeg, Großbritannien 1980, 123 Min.
Mit Art Garfunkel, Theresa Russel, Harvey Keitel

Psychoanalytische Interpretation und Diskussion mit Norbert Spangenberg. In Kooperation mit dem Institut für Psychoanalyse der DPG, Frankfurt

Wien, 1979: Der kalte Krieg neigt sich dem Ende. Milena, eine junge Amerikanerin, wird mit einer Überdosis ins Krankenhaus gebracht. Bei ihr ist ein junger Psychoanalytiker namens Alex, der ihr nicht von der Seite weicht. Von diesem Ausgangspunkt entspannt sich eine episodenhafte Geschichte um die verheiratete, chaotische Milena, den Intellektuellen Alex und ihre überaus komplizierte Liebe zueinander. Über allem steht die Frage, ob Milena überleben wird und warum Alex nicht schon eher den Notarzt rief… Der langhaarige Inspektor Netusil ermittelt.

Der Film lebt sehr stark von der Intensität der Bilder. Der morbide Charme Wiens zur Zeit des Kalten Krieges bildet die Hintergrundkulisse eines Liebesdramas. Der Grenzübergang zwischen Österreich und der Tschechoslowakei, eine Brücke über der Donau ist zugleich die Grenze zwischen der aus Bratislava stammenden Welt von Milena, einer liebeshungrigen, ganz im Hier und Jetzt lebenden jungen Frau, und Dr. Peter Linden, einem Psychoanalytiker aus Wien. Beide fühlen sich aufgrund der charakterlichen Gegensätze angezogen. Der Lebens-hunger von Milena scheint spontan, anarchisch, frei von Gewissensbissen, während der Psychoanalytiker eher verhalten, gehemmt reagiert, aber sich ihrem Charme nicht widersetzen kann. Während er der Liebesbeziehung mehr Solidität geben möchte, unterläuft dies Milena und treibt den Psychoanalytiker damit zur Verzweiflung. Zunehmend abhängig versucht sie, den hartnäckigen Liebhaber vor den Kopf zu stoßen. Beide treiben sich im-mer tiefer in eine wechselseitige Verstrickung hinein. Es entwickelt sich eine Amour fou mit schrecklichem Ende. Der Film wurde zunächst von der Filmkritik zerrissen und verschwand in den Archiven, obwohl der Regisseur einen großen Namen hat durch die bekannten Filme Wenn die Gondeln Trauer tragen und Der Mann der vom Himmel fiel. Der Ausspruch „ein kranker Film von kranken Menschen für kranke Menschen“ machte die Runde. Dieses vernich-tende Urteil ist nahezu unverständlich. Der Film kam für die Zeitgenossen zu früh: Bad Timing.

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Mi. 07.08., 20:00
Mi. 14.08., 20:00

WO BIST DU, JOAO GILBERTO?

(OmU)

Von Georges Gachot, Schweiz / Deutschland / Frankreich 2018, 111 Min.
Mit Georges Gachot, Miúcha, Joao Donato

Lieder wie „Girl from Ipanema“, „Chega de Saudade“ und „Corcovado“ kennt beinahe jeder, doch kaum jemand kennt den Mann, der diese Lieder geschrieben und gesungen hat: João Gilberto. In seinem auf dem Buch „Hobalala“ des deutschen Journalisten Marc Fischer basierenden Dokumentarfilm „Wo bist du, João Gilberto?“ begibt sich der französische Regisseur Georges Gachot auf die Suche nach der zurückgezogen lebenden Bossa-Nova-Legende und versucht herauszufinden, wer João Gilberto ist und warum er das Licht der Öffentlichkeit scheut. Dabei dient ihm das Buch gewissermaßen als Reiseführer und Fischers Begegnungen, Aufzeichnungen, Tagebucheinträge, Fotos, sowie Bild- und Tonaufnahmen geleiten ihn bei seiner Suche, die ihn schließlich zu den Ursprüngen und Wegbereitern des Bossa Nova führt.

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Do. 08.08. bis Mi. 14.08., 18:00

ACID – KISLOTA

(russische OmU)

Von Alexander Gorchilin, Russland 2019, 97 Min.
Mit Aleksandr Kuznetsor, Evgeniva Sheveleva Filipp Avdeyev

Porträt einer „Lost Generation“ Zwanzigjähriger im heutigen Russland. Zwischen Partys, Konsum, Drogen, Sex und Selbstverstümmelung suchen sie nach Orientierung. Vanya springt nackt vom Balkon in den Tod, „Why does my heart feel so bad“ von Moby auf der Tonspur, der Trip beginnt und atemlos geht es weiter. Ein wildes Manifest mit starken Bildern, das stilsichere Regiedebüt des 26-jährigen Schauspielers Alexander Gorchilin (Leto), Gewinner des Hauptpreises auf dem goEst Festival 2019 in Wiesbaden.

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Do. 08.08. bis Di. 13.08., 22:15
Do. 15.08., 22:15
Fr. 16.08. bis Mi. 21.08., 22:00

ICH WAR ZUHAUSE ABER …

Von Angela Schanelec, Deutschland / Serbien 2019, 105 Min.
Mit Maren Eggert, Jakob Lassalle, Clara Moeller

Eine Woche war Astrids Sohn Philip verschwunden, nun ist er plötzlich wieder da, ohne Erklärungen, mit verletztem Fuß. Was hat er gesucht, ein Ausgeliefertsein an die Natur, eine Annäherung an den Tod, ausgelöst durch den Tod seines Vaters? Langsam setzt der Alltag wieder ein, Philip probt mit seiner Klasse ein Stück von Shakespeare, Astrid geht ihrem Beruf im Berliner Kunstbetrieb nach. Doch sie trägt nun schwer an der Einsicht, dass ihr Sohn ein eigenes Leben führt und ihr Einfluss begrenzt ist.
Wunderbar leicht gewebter „lyrischer“ Film, in dem jede Szene meisterhaft für sich steht, sich aber dennoch collagenhaft zusammensetzt zu einer emotionalen Erzählung über Muttersein und Existenz. Eine Schule des Sehens und ein Glücksfall für das Kino!

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Do. 15.08., 18:00
Fr. 16.08. bis Di. 20.08., 20:00
Do. 22.08. bis Mi. 28.08., 20:00

CONGO CALLING

(OmU)

Von Stephan Hilpert, Deutschland 2019, 90 Min.

Am Mi. 15.08. mit anschließendem Filmgespräch mit Regisseur Stephan Hilpert

Eine Dokumentation über drei Europäer, die sich seit vielen Jahren im Kongo engagieren, aber sich nun damit auseinandersetzen müssen, dass es in der Entwicklungshilfe neben Erfolgen auch viele Rückschläge zu verkraften gilt: Der spanisch-französische Wissenschaftler Raul führt eine Studie über Rebellengruppen im Kongo durch. Seine Kollegen finanzieren ihm das Projekt, doch schon bald stellt er fest, dass seine Arbeitskollegen mit den Geldern auch die vorherrschende Korruption unterstützen. Peter ist ein deutscher Entwicklungshelfer und wird nach 30 Jahren Dienst in Rente geschickt. Als er zur Ruhe kommt, stellt er jedoch fest, dass er außerhalb Afrikas keine Perspektiven für sich und sein Leben sieht. Anne Laure kommt aus Belgien und hat sich von der Entwicklungshilfe losgesagt. Mittlerweile arbeitet sie für ein Musikfestival, das regelmäßig in Zentralafrika stattfindet. Gemeinsam mit ihrem regimekritischen Mann und anderen Einheimischen kämpft sie nun für eine bessere Zukunft.

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Do. 15.08., 20:00
Do. 22.08. bis Di. 27.08., 18:00

JIMI‘S GERMAN WOODSTOCK

Von Paul Kulms, Wolfgang Neitzel und Rasums Gerlach, Deutschland 2019, 117 Min.

So. 18.08. anschließendes Filmgespräch mit Regisseur Rasmus Gerlach und Plakatdesigner Günther Kieser

Vom 4. bis zum 6. September 1970 fand auf der schleswig-holsteinischen Ostseeinsel Fehmarn mit dem Love-and-Peace-Festival eines der ersten Open-Air-Rockfestivals auf deutschem Boden statt – und Headliner war Jimi Hendrix, der hier am Abschlusstag den vorletzten Auftritt seines Lebens hinlegte und nur zehn Tage später in London verstarb.
Von dem Auftritt, aber auch vom gesamten Festival gibt es verschiedenste Archivaufnahmen, von „offiziellem“ bis zu vielfältigstem Amateurmaterial. Diese audiovisuellen Schätze zu heben, das hat sich eine Gruppe von Filmemachern aus der Region zur Aufgabe gemacht: Seit über 10 Jahren wird fortlaufend gesammelt, geprüft, digitalisiert, interviewt. 2010 kam dabei zum ersten Mal ein Film heraus. Der wurde unter dem Titel „Jimi – Das Fehmarn-Festival“ gezeigt. Weil aber immer wieder neue Bilder vom Ereignis auftauchen und sich immer wieder Leute melden und sagen, sie seien dabei gewesen, wächst der Film seitdem einfach weiter, „wie ein Stalaktit“.
Das mit dem Stalaktit sagt Rasmus Gerlach, einer der beteiligten Regisseure, der das Werk „einen Film in progress BRD 1970 – 2020“ nennt oder in charmanter Übertreibung „die älteste und längste Langzeitdokumentation der Welt“. Und da Bescheidenheit frei nach Oscar Wilde die krasseste Form von Eitelkeit ist, fügt er noch hinzu: „JIMI’S GERMAN WOODSTOCK ist zugleich einer der ganz wenigen Filme u?ber Jimi Hendrix, der kleine Körnchen Wahrheit enthält. Denn über keinen anderen Musiker wurden so viele Geschichten erfunden wie über den bis heute unangefochten einflussreichsten Gitarristen der Welt. Besonders um seine legendären Auftritte im Star-Club und sein letztes Open-Air auf Fehmarn ranken sich so viele Legenden, dass die Wahrheit dahinter schwer auszumachen ist. In unserem Team arbeitet heute noch einer mit, der damals Jimi Hendrix filmte. Das Filmprojekt hat sich seither gehäutet und zur Geschichtswerkstatt in Bewegtbildern weiterentwickelt. Im Film sind all jene zu sehen, mit denen Hendrix in Deutschland zu tun hatte: Uschi Obermeier und Rainer Langhans, Eric Burdon und Ron Wood, ebenso die Fotografen Günter Zint und Frauke Bergemann, aber auch viele Fans wie Festival-Hopper Peter Walter, den wir kürzlich am Hendrix-Gedenkstein auf Fehmarn illegal bestattet haben … Das Intro zum Film bildet eine Schallbombe aus Jimi Hendrix‘ US-Hymne „Star Spangeled Banner“, die wir hier in Hamburg als Protest gegen Trump in der Elphi zu G20 über die Elbe schickten – eine Musik-Performance.“
Wer also nachvollziehen möchte, wie tief die Spur ist, die Jimi Hendrix in deutscher Kultur, also mindestens in Gemütern von Menschen mehrerer Generationen hierzulande hinterlassen hat und wie das Werk des Musikers dadurch in vielfältiger und bisweilen recht kurioser Weise weiterwirkt, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

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Fr. 16.08. bis Sa. 17.08., 17:45
So. 18.08., 17:30
Mo. 19.08. bis Mi. 21.08., 17:45

HEUTE ODER MORGEN

(teilw. englische OmU)

Von Thomas Moritz Helm, Deutschland 2019, 94 Min.
Mit Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt, Tala Gouveia

Sommer in Berlin. Maria und Niels lieben sich, das Leben und die Freiheiten, die sie sich gegenseitig geben. Ihre Tage sind lang, die Nächte noch länger. Was morgen ist, interessiert nicht, es zählt nur der Moment. Dann treffen die beiden auf Chloe. Maria wagt den ersten Schritt, aus einem Flirt entwickelt sich schnell eine intensive Romanze zwischen den beiden jungen Frauen. Niels wird Teil davon – und verfällt Chloe ebenso. Eine Ménage-à-trois, in der alles lustvoll ist. Doch dann stellt eine unerwartete Nachricht die Gefühle der drei Liebenden auf eine harte Probe …
In seinem sinnlichen Debütfilm erzählt Thomas Moritz Helm ein modernes Berliner Sommermärchen fernab von konservativen Moralvorstellungen. Im Zentrum stehen drei junge Menschen, die nach einer neuen Definition von Liebe und Beziehung suchen, die sich für sie richtig anfühlt. In den Hauptrollen glänzen die Nachwuchsdarsteller*innen Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt und Tala Gouveia. Nach seiner gefeierten Weltpremiere auf der diesjährigen Berlinale startet der Film am 19. September im Kino und ist im August bereits in der queerfilmnacht zu sehen.

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Mi. 21.08., 20:00

ENDZEIT

Von Carolina Hellsgard, Deutschland 2018, 90 Min.
Mit Gro Swantje Kohlhof, Maja Lehrer, Trine Dyrhom

Deutschland wird von Zombies heimgesucht, nur Weimar und Jena sind vermutlich noch, dank eines Schutzzauns, letzte Orte menschlicher Zivilisation. Die 22-jährige Vivi und die 26-jährige Eva schlagen sich zwischen den beiden Städten auf freiem Feld gegen Massen von Untoten durch und müssen sich dabei auch den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen. Während Vivi voller Verzweiflung versucht herauszufinden, was mit ihrer kleinen Schwester passiert ist, möchte Eva komplett neu anfangen, indem sie aufhört Zombies zu töten. Denn bisher galt sie immer als eiskalte und furchtlose Zombie-Killerin. Auf ihrem Weg finden die beiden Frauen eine wunderschöne Natur vor, die sich zurückerobert hat, was ihr einst gehörte… Mit einem Auftritt der dänischen Schauspielerin Trine Dyrholm als mystisch-fantastischem Zwitterwesen zwischen Mensch und Pflanze.
Der erste feministische Zombiefilm! Nach dem Comic von Olivia Vieweg.

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Do. 22.08. bis Mi. 28.08., 22:00

TASTE OF RAIN

(OmU)

Von Richard Pakleppa, Namibia / Deutschland / Südafrika 2012, 83 Minuten
Mit Nicola Hanekom, Grant Swanby, Pope Jerrod

In Kooperation mit der Deutsch-Namibischen-Gesellschaft.

Rachels Lebenstraum, an der Seite ihres Mannes Thomas eine Farm in Namibia zu bewirtschaften, ist nach Jahren extremer Trockenheit ebenso ausgedörrt wie das nach Regen dürstende Land.
In einem verzweifelten Versuch, den letzten verbliebenen Schafen das Überleben zu sichern, verlässt Thomas die Farm, um nach Wasser und Futter für die Tiere zu suchen. Die Ankunft von Ray, einem Rutengänger im Dienste der Regierung, der bei der Suche nach unterirdischen Wasservorkommen behilflich sein soll, konfrontiert Rachel mit Gefühlen, die sie vergessen geglaubt hatte.
Doch die Liebe zu Ray bringt ihr keine Erlösung. Die zufällige Begegnung des Paares mit Shaanika, der während des namibischen Befreiungskrieges auf der südafrikanischen Seite Gefangene folterte, fördert eine schockierende Seite von Ray ans Licht. Ray und Rachel sind Gefangene ihrer traumatischen Erinnerungen und Schuldgefühle, aus denen sie sich nicht zu befreien vermögen. Erst die Reise an einen Ort des Wassers setzt bei Rachel einen inneren Heilungsprozess in Gang.

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Termine

Mi. 28.08., 18:00